nun ein aktueller Bericht zum diesjaehrigen skandinavienfeldzug. das kfz habe ich, allen warnungen zum trotz, schon am abend gepackt, um nicht frueh um vier damit anfangen zu muessen und die haelfte zu vergessen. das skandinavische bier schmeckt nicht und ist teuer, deshalb habe ich drei kisten bier eingepackt, eine kiste wasser und eine mit kola. oder zumindest den jeweiligen inhalt, denn auch so war die karre voll bis zum dach. im laufe der reise wurde es logischerweise immer leerer und man bekam langsam platz. start war planmaessig am 23.07.2008 um null fuenfhundert. ziel: frederikshaven in daenemark. sehr weit nordlich in daenemark uebrigens. staufrei kamen wir durch, gegen halb eins waren wir da und hatten noch ueber zwei stunden zeit bis zur abfahrt des landungsbootes. also haben wir uns die stadt angesehen und ich habe ein grosses bier bestellt. das bier kostete ca. sechs euro. "ui", dachte ich: "das wird nicht billig"; aber der pott fasste 0.8 liter! - ein schoenes land! dann gings weiter nach goeteborg in schweden. zwei stunden ueberfahrt auf einer katamaranfaehre. hinten jagen jetantriebe zwei meterdicke wassersaeulen hinaus. das schiff schafft im schnitt so um die fuenfzig km/h. innen gabs staropramen vom fass. die gutgekleideten barleute haben es geschafft, das zeug komplett schaumfrei in den plastikbecher zu fuellen. aber seit dem winter 47/48 weiss der deutsche volksmund:
in der allergroessten not,
trink ich das bier auch ohne brot!
abends kamen wir in goeteborg an und es war klar: am naechsten morgen um 07:45 geht die faehre von stockholm nach turku in finnland. leider ist goeteborg auf der westseite schwedens und stockholm auf der ostseite. dazwischen liegen knapp fuenfhundert kilometer schweden mit geschwindigkeitsbegrenzungen, bei denen man auch mit dem mofa noch bremsen muss. gegen mitternacht haben wir uns dreissig kilometer vor stockholm und einen kilometer neben der autobahn an einen feldweg gepackt und die schlafsaecke ausgerollt. waehrenddessen leisteten wir noch erste-hilfe-fuer einen verunfallten schweden. er war barfuss auf dem fahrrad unterwegs und zwanzig meter, nachdem er an uns vorbei war, fiel er prompt hin. vielleicht hat ihn unser anblick verwirrt. als ich hinlief sass er da, war sehr blutverschmiert und tropfte den feldweg rot. eine grosse platzwunde und eine etwa eigrosse unterblutung am kopf; diverse schuerfwunden. ein fahrradhelm haette nicht geschadet. ich holte wasser, um den burschen abzuspuelen und tempos. fragte, ob ich ihm einen arzt rufen soll oder so. ansprechbar war den mann ja, er war mit kumpels in der sauna oder im bad gewesen - "aaaalles klar", dachte ich, die haben ihm bestimmt heimlich bier in die thermosflasche gemacht. nach einer viertel stunde humpelte er dann heim. eine halbe stunde spaeter fuhr ein krankenwagen in diese richtung.

am naechsten morgen schafften wir die faehre. dier ueberfahrt ist schoen, aber auch ganz schoen lang. wir waren ueber zwaelf stunden auf dem schiff und nach vier oder fuenf stunden an deck hat man einen sonnenstich, obwohl der anblick wunderschoen ist - dazu kommt noch das ganze bier! anstrengend also. gegen 20:30 schlugen wir in turku in finnland auf und schon gegen zwoelf waren wir an etappenziel #1 angelangt: tervakoski. da haben christof und emma geheiratet und sich hoffentlich mittlerweile wieder etwas von dem ganzen stress erholt.
am montag dem 28.07. fuhren wir nach helsinki, um der hauptstadt bei sonnenschein unsere ehre zu erweisen. in den naechsten zehn tagen ging es dann ueber kemi nach schweden und von da nach norwegen. wir haben uns oslo angeschaut. zwischendurch war das wetter eher herbstlich: acht grad, nebel und regen.
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eine wandertour durchs norwegiscge hochland verschiebe ich wohl eher auf mein naechstes leben. das kann sehr hart werden und die gegend scheint sehr ausgedehnt zu sein. mal eben in ein, zwei tagen absteigen auf eine hoehe, in der das wetter ertraeglich ist, geht nicht. norwegen hat von allen drei laendern sicherlich die beeindruckendste landschaft. ich wuerde es aber nur mit dem auto bereisen, da die lebensmittelpreise einfach krass sind. ein koernerbroetchen im supermarkt fuer 1.30 euro, eine dose bier fuer drei euro sind eher zum abgewoehnen. in der kneipe war ich gar nicht erst. dagegen sind schweden und finnland sehr moderat.

durch die hohen spritpreise in deutschland kommen einem die preise dort ganz normal vor. in norwegen, finnland und daenemark kostet der diesel ungefaehr soviel wie hier (1.50 euro), schweden sticht mit ca 2.00 euro heraus. wichtig hierbei: tankautomaten. in finnland nehmen fast alle bargeld, also euronen, meine karten funktionierten dort alle nicht. in schweden und norwegen geht zwar die kreditkarte, aber die automaten waren alle nur in der landessprache. man muss manchmal vor dem tanken noch einen extrataster druecken, um zwischen LKW- und PKW-diesel auszuwaehlen. die nutzerschnittstellen dieser tankautomaten sind, meines erachtens nach, ausnahmslos von bekifften pavianen entworfen worden. die fehlermeldungen sind komplett sinnlos, die automaten schalten mittendrin von englisch in die landesprache um (finnland) usw. usw. man muss also geduld mitbringen, sollte mindestens zwei kreditkarten haben und euros und die landeswaehrung einstecken. in norwegen gibt es mautpflichtige autobahnstuecke. wenn man das hinweisschild fuer den mautpunkt sieht, ist es leider schon zu spaet. auch wenn man versucht, davor von der autobahn abzufahren, muss man maut zahlen. wir hatten leider zu diesem zeitpunkt, direkt aus schweden kommend, keine passenden, norwegischen zwanzig-kronen-stuecke. leider gab es an der ausfahrt nur einen automaten und wir mussten durch die rote ampel fahren - zum glueck gab es keine schranke. da die mautstationen alle kameraueberwacht sind, vermute ich, dass nun bereits ueber interpol ein haftbefehl gegen mich erlassen wurde. wenn ich also ein paar jahre weg sein sollte, dann liegt es an einem mautverbrechen in norwegen. ach ja: versucht nicht, die muenze mit der linken hand in den korb an der mautstation zu werfen. mit dieser hand wirft man teilweise auch auf absurd kurzen distanzen daneben und macht sich so zur feile. vielen dank also, liebe norweger, fuer euer tolles, voellig ueberlastetes strassensystem und die paar kilometer autobahn, die effektiv ein vermoegen kosten. die norwegischen kraftfahrer fahren auch gerne mal brachial dicht auf. obwohl die geschwindigkeit fast ueberall auf achzig begrenzt ist, ueberholen sie dann spektakulaer und fahren mit der gleichen geschwindigkeit, wie man selber vor einem her. in schweden fiel uns auf, dass viele fahrer waehrend des ueberholvorgangs das gas wegnehmen. also nicht im windschatten vom vordermann mitueberholen! unser navigationsgeraet hat, das haben wir in schweden erstmals richtig bemerkt, eine blitzer-erkennung und warnt ein paar hundert meter vorher. mal sehen ob es immer geklappt hat, wenn nicht, muss ich privatinsolvenz anmelden, wenn die ordnungsgeldforderungen aus skandinavien kommen.
von oslo fuhren wir schliesslich nachmittags wieder nach goeteborg und als wir da ankamen, fuhr sofort eine expressfaehre. zweieinhalb stunden spaeter waren wir wieder auf dem kontinent. am naechsten tag heim, deutschlands autobahnen. hemmungslos rasen. man schlaeft nicht ein, man schafft knapp siebenhundert kilometer an einem guten halben tag! man schlaeft beim fahren nicht ein, weils so langweilig ist. warum faehrt man ins ausland? ihr wisst die antwort alle.
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